Anreise wird Teamzeit - der Teamevent beginnt mit dem Transfer
Was passiert, wenn man eine Busfahrt nicht einfach als Transfer betrachtet, sondern als Teil eines Events? Darüber haben wir mit Susan Pinternagel von PotsdamBus gesprochen – über Familienunternehmen, Customer Experience, Teamgeist und die Frage, warum eine gemeinsame Reise schon viel früher beginnen kann als am eigentlichen Veranstaltungsort.
Das Interview mit Susan Pinternagel von PotsdamBus führte Tina Pantke (360° by teamgeist)
(Fotograf Niclas Maske)

Susan, wer bist du – und wie bist du eigentlich ins Bus-Business gekommen?
Bei Susan beginnt die Geschichte tatsächlich ganz klassisch als Familiengeschichte.
Ihr Vater war viele Jahre als Busfahrer in Potsdam und der Region tätig, bevor er sich Anfang der 2000er-Jahre Schritt für Schritt selbstständig machte. Susan selbst erlebte die Gründung damals unmittelbar mit.
„Die Gründung des Unternehmens PotsdamBus habe ich eigentlich zu Hause am Wohnzimmertisch mitbekommen.“
Während Schule und Studium unterstützte sie immer wieder, schlug beruflich später aber zunächst einen ganz anderen Weg ein. Erst vor rund zweieinhalb Jahren führte sie dieser Weg zurück nach Potsdam – und gemeinsam mit ihrem Bruder schließlich auch zurück ins Familienunternehmen.
Was sie dabei mitgebracht hat, geht weit über das klassische Thema Mobilität hinaus.
Menschen zusammenbringen – das zieht sich durch
Innovation, Kreativität, neue Projekte und vor allem Menschen zusammenzubringen – genau damit hat Susan sich bereits in ihren vorherigen beruflichen Stationen beschäftigt.
Immer wieder suchte sie Orte, an denen Teams anders miteinander arbeiten können: kreative Räume, besondere Umgebungen und Plätze, die Begegnung ermöglichen.
Als sie das erste Mal das 360° by teamgeist am Wolziger See kennenlernte, erkannte sie vieles davon wieder.
„Ich habe gedacht: Wow, hier ist vieles richtig gemacht, was ich mir früher für meine Teams selbst gewünscht hätte.“
Räume für kreative Arbeit. Möglichkeiten, spielerisch miteinander in Kontakt zu kommen. Natur als Inspiration und Kraftquelle. Und vor allem ein Ort, an dem Teams nicht nur miteinander arbeiten, sondern gemeinsam etwas erleben können.
Doch genau an diesem Punkt entstand eine weitere Idee.
Das Erlebnis beginnt ab Minute eins
Wer zu einem Offsite, Teamtag oder Firmenevent fährt, ist bereits Teil des gemeinsamen Erlebnisses, bevor das eigentliche Programm startet.
Denn die gemeinsame Anreise ist viel mehr als nur der Weg von A nach B. Sie kann der erste Moment sein, in dem das Team zusammenkommt, der Alltag langsam draußen bleibt und Vorfreude auf das entsteht, was vor der Gruppe liegt.
Für Susan ist deshalb klar:
„Die Customer Experience beginnt ja nicht erst an dem Ort, an dem man sich trifft. Sie beginnt schon vorher.“
Menschen treffen sich an einem Ausgangspunkt, steigen gemeinsam in den Bus und machen sich auf den Weg. Genau hier kann ein Event bereits beginnen.
Aus einem einfachen Shuttle wird so der erste Bestandteil des gemeinsamen Erlebnisses.

Aus Transferzeit wird Teamzeit
Vielleicht kennen wir es alle: Die Gruppe sitzt im Bus, jeder schaut noch einmal aufs Handy, beantwortet die letzten Nachrichten oder ist gedanklich noch im Arbeitsalltag.
Susan nennt das ganz treffend eine Art„tote Zeit“.
Dabei könnte genau diese Zeit genutzt werden, um Menschen abzuholen – und zwar nicht nur im wörtlichen Sinne.
Ein erster Impuls zum Thema des Tages. Eine kleine Überraschung. Ein gemeinsamer Einstieg. Musik, eine Aufgabe oder vielleicht schon der erste spielerische Moment.
Es muss gar nicht groß sein.
Entscheidend ist vielmehr, dass die einzelnen Schritte einer Veranstaltung miteinander verbunden sind.
Susan beschreibt das mit einem einfachen Bild:
„Wenn ich von einer Straßenseite auf die andere möchte, aber der Bordstein nicht abgesenkt ist, entsteht plötzlich ein Hindernis.“
Übertragen auf Veranstaltungen bedeutet das: Eine gute Experience entsteht dann, wenn die Wege für Gäste bereits mitgedacht sind und sich die einzelnen Stationen selbstverständlich miteinander verbinden.
Ein Event aus einem Guss
Location, Eventkonzept, Catering, Mobilität – bei Veranstaltungen arbeiten häufig viele unterschiedliche Partner zusammen.
Für den Gast sollte sich das im besten Fall aber nicht nach einzelnen Dienstleistern anfühlen.
Niemand möchte irgendwo ankommen und sich fragen müssen:
„Wie geht es jetzt eigentlich weiter?“
Genau deshalb findet Susan den Gedanken spannend, Mobilität viel früher in die Eventplanung einzubeziehen.
Nicht:
„Wir brauchen noch einen Bus.“
Sondern:
„Wie soll sich die gesamte Reise für unsere Gäste anfühlen?“
Wenn Location, Eventteam und Mobilitätspartner gemeinsam planen, können Übergänge bewusst gestaltet, Überraschungen eingebaut und Inhalte miteinander verbunden werden.
Aus einzelnen Leistungen entsteht eine gemeinsame Customer Journey.
Der Bus als echter Businesspartner
Für Susan verändert sich damit auch die Rolle eines Busunternehmens.
Es geht nicht ausschließlich darum, Menschen zuverlässig von A nach B zu bringen. Wenn der Mobilitätspartner weiß, was die Gruppe erwartet, welches Ziel ein Event verfolgt und welche Stimmung entstehen soll, kann auch die Fahrt selbst Teil des Konzepts werden.
„Wenn wir wissen, was der Inhalt des Events ist, können wir uns auch etwas Cooles überlegen und Triggerpunkte setzen, die in Erinnerung bleiben.“
Und genau diese kleinen Momente sind es häufig, über die Menschen später sprechen.
Nicht unbedingt über den perfekten Ablauf.
Sondern über das Unerwartete. Über einen Moment, der überrascht hat. Über etwas, das hängen geblieben ist.
Warum sollte einer dieser Momente also nicht bereits im Bus passieren?

Teamgeist beginnt mit der Abfahrt
Genau hier möchten wir gemeinsam weiterdenken.
Denn für uns im 360° by teamgeist am Wolziger See beginnt ein guter Teamtag nicht zwangsläufig mit dem ersten Workshop und ein Firmenevent nicht erst beim Welcome Drink.
Vielleicht beginnt es schon dort, wo die Kolleginnen und Kollegen gemeinsam einsteigen.
Aus Anreise wird Auftakt.
Aus Transferzeit wird Teamzeit.
Und aus einzelnen Dienstleistern werden Partner, die gemeinsam ein Erlebnis gestalten.
Denn am Ende sollte sich eine gute Veranstaltung nicht wie eine Reihe perfekt organisierter Bausteine anfühlen.
Sondern wie eine gemeinsame Reise von Anfang bis Ende.

